Zur Ehre Gottes im Eiskanal

D a n k e  , dass im Eiskanal auch das Vertrauen zu Gott mitfährt.

Wenn der Startschuss fällt, zählt jede Hundertstelsekunde. Der Atem gefriert in der kalten Luft, Kufen schneiden ins Eis, der Puls hämmert. Im Eiskanal geht es um Mut, Kontrolle und absolute Hingabe.

Doch bevor der Bob sich in Bewegung setzt, geschieht etwas Unsichtbares.

Bobpiloten Elana Meyers Taylor (USA), Melanie Hasler (CH) und Edson Bindilatti (BRA) verbindet nicht nur die Liebe zur Geschwindigkeit. Sie verbindet ein Vertrauen, das tiefer reicht als jede Kurve im Eiskanal.

Edson macht vor jedem Start bewusst das Kreuzzeichen – ein stilles Gebet inmitten des Wettkampflärms. Melanie Hasler hält sich an Gottes Zusagen fest, besonders dann, wenn Druck und Erwartungen wachsen. Und Elana Meyers Taylor weiss: Ihr Wert beginnt nicht im Ziel, sondern in der Gewissheit, von Gott getragen zu sein.

Mitten im Spitzensport leben sie eine leise, aber kraftvolle Wahrheit:

Man kann um Medaillen kämpfen – und trotzdem zuerst nach Gottes Nähe suchen.

Und genau dort beginnt Elanas Meyers Taylor Geschichte. Wenn man sie sieht, denkt man zuerst an Kraft, Geschwindigkeit und Entschlossenheit. Die US-amerikanische Bobpilotin gehört seit vielen Jahren zur Weltspitze im Bobsport. Mehrfach stand sie bei Olympischen Winterspielen auf dem Podium – sie gewann Silber- und Bronzemedaillen im Zweierbob sowie später auch Gold im Monobob.

Besonders eindrücklich war ihr heutiger Olympiasieg im Monobob:

Nach drei von vier Läufen lag sie noch auf Platz zwei – nur wenige Hundertstel hinter der führenden Deutschen Nolte. Der Druck war enorm, der Rückstand minimal. Doch im vierten und entscheidenden Lauf wendete sich das Blatt. Mit einer starken letzten Fahrt holte sie auf und gewann am Ende mit nur vier Hundertstelsekunden Vorsprung die Goldmedaille.

Doch ihre Geschichte ist mehr als eine sportliche Erfolgsgeschichte.

Karriere mit Ausdauer

Geboren 1984 in Kalifornien und aufgewachsen in Georgia, war Elana schon früh sportbegeistert. Ursprünglich spielte sie Softball auf College-Niveau. Erst später entdeckte sie den Bobsport – und fand darin ihre Berufung.

Mit beeindruckender Konstanz kämpfte sie sich an die Weltspitze. Sie wurde Weltmeisterin, Gesamtweltcup-Siegerin und eine der erfolgreichsten Bobpilotinnen der Geschichte der USA. Was sie auszeichnet, ist nicht nur ihre athletische Stärke, sondern ihre mentale Widerstandskraft – besonders nach Rückschlägen, Verletzungen oder knappen Niederlagen.

Familie als grösster Schatz

Elana ist mit dem ehemaligen kanadischen Bobfahrer Nic Taylor verheiratet. Gemeinsam haben sie zwei Söhne. Ihre Kinder wurden gehörlos geboren; einer ihrer Söhne lebt zusätzlich mit Down-Syndrom.

Für Elana ist das keine Belastung, sondern eine besondere Berufung. Sie spricht offen darüber, wie sehr ihre Kinder ihr Herz verändert haben. Sie lernt Gebärdensprache, um mit ihnen zu kommunizieren, und nimmt ihre Rolle als Mutter mit derselben Hingabe wahr wie ihre Rolle als Spitzensportlerin.

Nach den Olympischen Spielen sagte sie einmal sinngemäss:

Medaillen sind wunderbar – aber ihre grösste Freude sei es, „Mama“ genannt zu werden.

Glaube als Fundament

Elana Meyers Taylor ist bekennende Christin. Ihren Glauben beschreibt sie als Zentrum ihres Lebens – nicht als Zusatz, sondern als Fundament.

Gerade das heutige, olympische Monobob Rennen wurde für viele zu einem sichtbaren Bild dieses Vertrauens: Nach drei Läufen noch im Rückstand und doch am Ende Gold. Für sie ist das mehr als Sportdramatik. Es ist Erinnerung daran, dass Gott auch dann wirkt, wenn niemand mehr an einen Sieg glaubt, die Situation knapp, unsicher oder scheinbar entschieden wirkt.

Denn für Gott ist nichts unmöglich!

Sie betont immer wieder, dass ihr sportlicher Erfolg nicht ihr eigentlicher Wert ist. Ihr Wert liege in ihrer Identität als geliebtes Kind Gottes. Dieser Gedanke gibt ihr Freiheit – selbst dann, wenn sie verliert.

Vor Wettkämpfen betet sie. Nicht primär um den Sieg, sondern um Frieden, Klarheit und die Möglichkeit, Gott durch ihr Verhalten zu ehren. Sie sagt:

„Ich möchte Gott verherrlichen – egal ob ich gewinne oder verliere.“

Glaubensgeschwister im Eiskanal

Melanie Hasler, die Schweizer Bobpilotin, ist ebenfalls tief im christlichen Glauben verwurzelt. Sie spricht offen darüber, dass Jesus ihr Halt und Orientierung gibt. Gerade im leistungsorientierten Spitzensport. Für sie ist der Glaube keine Randnotiz, sondern Kraftquelle im Alltag und im Wettkampf.

Ein Bibelvers, der ihr besonders viel bedeutet, ist:

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Psalm 23,1

Dieser Vers steht für ihr Vertrauen, dass Gott sie führt – unabhängig von Zeiten, Platzierungen oder Medaillen. Das Youtube Video von Melanie, das du am Schluss des Beitrages findest, ist wirklich sehenswert!

An dieser Stelle erwähne ich auch gerne den brasilianischen Bobpiloten Edson. Er macht vor jedem Start bewusst das Kreuzzeichen. Für ihn ist es ein stilles Gebet um Schutz, Konzentration und Gottes Begleitung im Eiskanal.

Es sind kleine Gesten – doch sie zeigen: Hinter Helm und Rennanzug schlagen Herzen, die mehr suchen als Geschwindigkeit.

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