Was haben Gott und Katzen gemeinsam?

D a n k e  für das Vertrauen.

Vor vier Wochen fragte mich meine Schwester, ob ich in ihrer Abwesenheit nach der Katze sehen könnte. Sofort sagte ich zu. Seit Samstag ist es mir nun eine grosse Ehre und Freude, nach der Katzendame zu sehen. Ihr das Fressen zu reichen und ihr mit viel Liebe in Form von Streicheleinheiten zu begegnen. Und ich kann dir sagen: WIR zwei geniessen UNSERE gemeinsame Zeit in vollen Zügen!

Katzen erinnern mich mit ihrem Schnurren immer wieder daran, in die Ruhe und den Frieden Gottes einzutauchen. Ich liebe es auch, dass Katzen eine stille, unaufdringliche Präsenz haben. Sie sind oft da, ohne dass man sie wahrnimmt – ein bisschen wie Gott, der in vielen spirituellen Traditionen als unsichtbar, aber stets gegenwärtig verstanden wird. Katzen sind weiter ein Symbol dafür, dass wir nicht alles kontrollieren können. Ihr freier Wille erinnert uns daran, dass auch Gott uns Menschen Freiheit gegeben hat, selbst wenn unsere Entscheidungen nicht immer seinen Wünschen entsprechen. Diese Freiheit ist ein Akt der Liebe, denn wahre Liebe kann nicht erzwungen werden. Diese freiwillige Liebe spiegelt die göttliche Liebe wider, die uns Freiheit lässt, aber dennoch immer da ist. So, wie wir uns freuen, wenn eine Katze aus freien Stücken auf unseren Schoss kommt, freut sich Gott, wenn wir aus freiem Willen zu ihm kommen.

Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR … Jeremia 29,13-14

Heute abend nun führte mich der Weg erneut zu Jamie. Einziges Problem: Die Katze war wie vom Erdboden verschluckt. Ich spazierte einige Male um’s Haus und rief in die Dunkelheit der Nacht hinaus ihren Namen. Nichts rührte sich! Mir schwirrten schon die wildesten Gedanken durch den Kopf, wie die Katze in der eisigen Kälte die Nacht da draussen verbringen würde. Während mir der kalte Wind um die Ohren blies, ging ich wieder ins warme Haus. Jetzt war der Moment da, dass ich ein dringliches Gebet zum Himmel schicken musste. Der Heilige Geist legte mir auf’s Herz, nochmals auf den Hausvorplatz zu gehen und nach der Katze zu rufen. Ehrlich gesagt kam ich mir schon etwas komisch vor. Was würden wohl die Nachbarn denken … ABER ich konnte es einfach nicht zulassen, die Katze der nächtlichen Kälte zu überlassen. Und endlich – DER heilige Moment! Aus dem Nichts vernahm ich ein leises Miauen. Das MUSSTE Jamie sein. Ich freute mich wie ein kleines Kind, als sie plötzlich auf mich zusteuerte. Ich schwebte im siebten Himmel. Ende gut, alles gut!

Nachdem sie ihren Bärenhunger gestillt hatte, machte sie es sich sofort gemütlich auf ihrem Katzensofa. Ich nahm mir natürlich noch die Zeit und streichelte sie in den Schlaf. Glücklich und zufrieden schloss ich die Haustüre hinter mir zu. Ich freue mich jetzt schon, wenn ich sie morgen wieder verwöhnen darf.

Und nun noch ein spiritueller Einblick: Katzen können uns lehren, im Moment zu leben, still zu sein und eine Verbindung zu den unsichtbaren Kräften des Lebens zu spüren. Für mich ist das Hüten einer Katze nämlich mehr als nur eine alltägliche Aufgabe. Es ist eine weitere Gelegenheit, Gottes Liebe und Fürsorge nachzuahmen, Achtsamkeit zu üben und eine tiefere Verbindung zur Schöpfung zu spüren. So wird selbst eine scheinbar einfache Aufgabe zu einem spirituellen Akt und einer Form des Gebets.

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