Kurt Beutler beim Aglow Frühstück in Frick – zwischen Ehre und Gnade

D a n k e   Kurt Beutler für deinen faszinierenden, ehrlichen und tiefgründigen Einblick in dein bewegtes Leben.

Heute führte mich der Weg – einmal mehr – zum Aglow Frühstück in Frick. Nach dem feinen Frühstück, dem auferbauenden Lobpreis und dem unterhaltsamen Sketch von Julia und Markus Stihl nahm uns Kurt Beutler mit in sein tief bewegendes Leben. 

Herkunft und Ausbildung

Kurt Beutler wurde 1960 in Affoltern am Albis geboren und wuchs später in der Stadt Bern auf. Schon früh prägten ihn der christliche Glaube und ein grosses Interesse an anderen Kulturen. Nach seiner theologischen Ausbildung an der Uni Bern und am London Bible College – verbunden mit intensiver Auseinandersetzung mit Bibel, Islam und interkulturellen Fragen – vertiefte er sich zunehmend in den christlich-muslimischen Dialog. Seine Ausbildung legte das Fundament für seinen späteren Dienst als Pastor, Autor und interkultureller Berater.

Leben zwischen Ehre und Evangelium

Seine Berufung führte in weit über die Schweiz hinaus. In Japan lernte er eine Kultur kennen, die stark von Höflichkeit, Gemeinschaftssinn und indirekter Kommunikation geprägt ist. In Ägypten tauchte er tief in die arabisch-islamische Kultur ein. Dort begegnete er nicht nur grossen kulturellen Herausforderungen, sondern auch der Liebe seines Lebens: seiner Frau Mona. In meinem Video verrät Kurt mit einem warmen Lächeln, was ihn besonders an seiner ägyptischen Frau berührt hat. Er war sich damals sofort klar, dass seine Ehe nicht nur sie zwei verbindet, sondern auch ganze Familien, Traditionen und Denkweisen.

Eine erfüllte Prophetie – und ein schmerzhafter Abschied

In Ägypten leitete das Ehepaar ein Waisenhaus mit 70 Jungs – ein Werk, das aus einer Prophetie heraus entstand und sich auf eindrückliche Weise erfüllte. Es war ein Herzensprojekt, in das sie viel Liebe und Hingabe investierten. Kurt wäre gerne länger geblieben, doch unerwartet wurde er von der Geheimpolizei ausgewiesen. Eine schmerzhafte Erfahrung, die sein Leben erneut in eine neue Richtung lenkte.

Sein Weg führte ihn weiter in den Libanon, ein Land zwischen Schönheit und Zerbruch. Auch dort sammelte er prägende Erfahrungen in einem Spannungsfeld von Religion, Politik und Kultur.

Zurück in der Schweiz arbeitete er acht Jahre für die Heilsarmee in Zürich. Im Langstrassenquartier gründete und leitete er den Bereich „Open Heart“ – einen Treffpunkt für Randgruppen, Suchende und Menschen am Rand der Gesellschaft. Heute ist er Mitarbeiter der MEOS in Zürich und wirkt als interkultureller Berater – ein Brückenbauer zwischen Christen und Muslimen.

Seine Bücher – Brücken bauen zwischen Glaubenswelten

Kurt Beutler ist Autor zahlreicher Bücher, die sich intensiv mit dem Islam, dem Koran und dem christlich-muslimischen Dialog befassen.

In „Perlen im Koran“ beschreibt er, wie er als Christ überraschende und berührende Aussagen im Koran entdeckte. Er zeigt auf, wo Berührungspunkte liegen – ohne die Unterschiede zu verschweigen.

In „99 Überraschungen im Koran“ beleuchtet er inspirierende, aber auch irritierende Aspekte des Korans. Er lädt dazu ein, genauer hinzusehen und nicht vorschnell zu urteilen.

In „Hassen uns die Muslime?“ geht er der Frage nach, ob hinter Spannungen wirklich Hass steht – oder oft verletzte Ehre und Missverständnisse. Hier kommt ein zentrales Thema seiner Arbeit zum Vorschein: das Thema Ehre.

In vielen muslimisch geprägten Kulturen ist Ehre ein zentraler Wert. Die Identität eines Menschen ist stark mit Familie, Ansehen und öffentlicher Würde verbunden. Scham und Ehrverlust wiegen schwerer als individuelle Freiheit. Das Denken ist weniger individualistisch als im Westen, sondern stark gemeinschaftsorientiert.

Hier entsteht ein spannender Kontrast zu dem, was Jesus sagt:

„Der Erste wird der Letzte sein, und der Letzte der Erste.“

Diese Aussage stellt ein Ehrensystem auf den Kopf. Während in vielen Kulturen Status und Ansehen entscheidend sind, ruft Jesus zur Demut, zum Dienen und zum freiwilligen Verzicht auf Vorrang auf. Das ist nicht nur für Muslime herausfordernd, sondern auch für uns im Westen. Das Reich Gottes funktioniert nach anderen Maßstäben als menschliche Gesellschaften.

Kurt Beutler nahm uns am heutigen Morgen mit in eine andere Welt. Er öffnete Fenster zu Kulturen, Denkweisen und Herzen, die uns vielleicht fremd sind und machte sie ein Stück verständlicher.

Ich wünsche Kurt weiterhin Gottes überreichen Segen, Weisheit und überfliessende Freude und Gunst für seinen weiteren Dienst. Ebenso segne ich seine liebe Frau Mona, seine beiden Töchter – besonders diejenige, die sich einen Lebenspartner wünscht. Nicht zu vergessen auch seine fünf Enkelkinder mit Vater Sultan. Möge Gottes Führung, Schutz und Friede ihre ganze Familie und Freunde begleiten und tragen 💛 AMEN!

Nächstes Aglow Frühstück in Frick ist am Samstag, 6. Juni 2026! Florida Zimmermann spricht über ihr bewegendes Leben. Wie sie mit 10 Jahren aus dem Libanon zu einer Pflegefamilie in die Schweiz kommt. Sie erzählt von ihrem Weg durch Zweifel und Hoffnung, wie ihr Gott begegnet und wie es zum persönlichen Durchbruch kommt. Mit ihrem Mann gründet sie vor 19 Jahren das «Offnigs Huus», in dem sie junge Menschen begleiten.

Sei auch DU mit dabei! 

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