Jahresgedächtnis

D a n k e für den ganz besonderen Gedenkgottesdienst. 

Heute Samstag haben wir in der katholischen Kirche in Würenlos gemeinsam dem Jahrestag meines lieben Mamis gedacht. Es war ein besonderer und zugleich berührender Moment, innezuhalten, zu erinnern und dankbar zurückzuschauen. 

In der katholischen Kirche wird das Jahresgedächtnis gefeiert, um der Verstorbenen im Gebet zu gedenken und sie Gott anzuvertrauen. Dabei wird besonders in der Eucharistie für sie gebetet und Gott für ihr Leben gedankt. Gleichzeitig ist es auch ein Zeichen der Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, sondern dass wir auf ein Wiedersehen bei Gott vertrauen dürfen. 

Es hat mich besonders gefreut, dass neben meinem Vater auch meine beiden Schwestern mit ihren Familien dabei waren. Das ist nicht selbstverständlich, dass sich alle diese Zeit für mein Mami und natürlich auch für meinen Papi genommen haben. Es hat mir einmal mehr gezeigt, wie tief mein liebes Mami in unseren Herzen und in unserem Leben verwurzelt war. 

Auf dem Weg nach Würenlos knipste ich aus dem Auto heraus noch ein paar Bilder. Man erkennt darauf sehr schön den Saharastaub, der sich über die Landschaft gelegt hat und dem Himmel eine besondere Stimmung gab. Auch die Silhouette der Altstadt von Baden mit der Kirche ist sehr sehenswert – ein stiller, fast andächtiger Anblick, der gut zu diesem nachdenklichen Tag passte.

Ich muss sagen, Pfarrer Joseph Kalamba hat den Gottesdienst sehr schön und würdevoll gestaltet und sich auch Zeit genommen, die Krankensalbung vorzunehmen. Dabei musste ich an die Worte aus der Bibel denken: 

Ist jemand unter euch krank, der rufe die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen über ihn beten und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten. Jakobus 5,14–15 

Im Gottesdienst haben wir auch gemeinsam einen Text gelesen, der mich sehr berührt hat: 

Herr, mein Gott, es gibt Tage, an denen alles versandet ist: die Freude, die Hoffnung, der Glaube, der Mut. Es gibt Tage, an denen ich meine Lasten nicht mehr zu tragen vermag: meine Krankheit, meine Einsamkeit, meine ungelösten Fragen, mein Versagen. Herr, mein Gott, lass mich an solchen Tagen erfahren, dass ich nicht allein bin, dass ich nicht durchhalten muss aus eigener Kraft, dass du mitten in der Wüste einen Brunnen schenkst und meinen übergrossen Durst stillst. Lass mich erfahren, dass du alles hast und bist, dessen ich bedarf. Lass mich glauben, dass du meine Wüste in fruchtbares Land verwandeln kannst. 

Im Anschluss haben wir noch drei Kerzen angezündet – im stillen Gedenken an unsere Liebsten. Das Licht der Kerzen wurde für mich zu einem Zeichen der Hoffnung und der Erinnerung, dass die Liebe bleibt und unsere Verstorbenen in Gottes Händen geborgen sind. Neben den Kerzen lag auch ein Fürbittenbuch. Natürlich nahm ich es gleich in Beschlag und schrieb ein paar Worte hinein. Die Worte glitten mir dabei einfach so aus der Hand – direkt aus dem Herzen: 

Lieber Vater im Himmel, schenke uns deinen Frieden und deine Hoffnung. Ich bleibe im Gebet mit all meinen Liebsten Tag für Tag verbunden. Hallelujah, Amen. 

Mami, heute war Jahreszeit für dich. Die Liebe währt auch über den Tod und verbindet uns wie ein starkes Band – bis wir uns wiedersehen. Hab dich lieb. Deine Gabriela“ 

Den Abend liessen wir schliesslich gemeinsam bei einem Essen in einem ortsansässigen Restaurant ausklingen. Auch diese Zeit miteinander tat gut und zeigte einmal mehr, wie wertvoll Familie und Gemeinschaft sind. Auch wenn mein Mami nicht mehr sichtbar unter uns ist, bleibt ihre Liebe, ihre Fürsorge und alles, was sie uns mitgegeben hat, lebendig. Die gemeinsamen Erinnerungen und die Verbundenheit in unserer Familie zeigen, wie tief die Spuren sind, die ein Mensch hinterlässt. In Liebe und Dankbarkeit denken wir an dich. Du bleibst für immer in unseren Herzen. 🕯️

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