Dreikönigskuchen

D a n k e  für die Weisen aus dem Morgenland.

Alle Jahre wieder freuen wir uns am 6. Januar auf einen feinen Dreikönigskuchen und sind gespannt, wer denn dieses Jahr König wird. Aber woher kommt der Brauch überhaupt?

In der Schweiz wurde das Dreikönigsfest in den Zünften nachweislich schon seit 1311 gefeiert. Es wurde dabei eine Bohne im Dreikönigskuchen versteckt und wer sie fand, war dann König für einen Tag. Andere Quellen zeigen, dass dieser Brauch in ähnlicher Form auch in England üblich war. Im Mittelalter ging dieser Brauch dann mehr und mehr verloren.

Der Brauch wurde erst vor etwa einem halben Jahrhundert wiederbelebt, als Max Währen aus Bern aufgrund seiner Recherchen nach dem Krieg auf diese alte Tradition stiess und von der Fachschule für Bäcker schliesslich einen modernen Königskuchen entwerfen liess. Die Bäcker nahmen den alten Brauch dann aber erst 1952 wieder auf. Jedes Jahr werden in der Schweiz etwa 1,5 Millionen Kuchen abgesetzt.

Die Ursprünge dieses Brauchs reichen aber noch viel weiter zurück, obwohl sie letztendlich nicht ganz klar sind. Gemäss dem Evangelischen Pressedienst Deutschland epd ist der Dreikönigstag vor allem ein katholischer Festtag. Der Tag erinnert an Jesus in der Krippe, also nach christlichem Glauben an das Erscheinen Gottes in der Welt. Daher wird der Tag auch Epiphanias genannt – aus dem griechischen Wort «epiphaneia» für «Erscheinung» abgeleitet.

Jesus wurde in Bethlehem geboren, einer Stadt in Judäa. Herodes war damals König. Da kamen einige Sterndeuter aus einem Land im Osten nach Jerusalem und erkundigten sich: »Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind aus dem Osten hierhergekommen, um ihm die Ehre zu erweisen.« Als König Herodes das hörte, war er bestürzt und mit ihm ganz Jerusalem. Er rief die obersten Priester und die Schriftgelehrten des jüdischen Volkes zusammen und fragte sie: »Wo soll dieser versprochene Retter denn geboren werden?« Sie antworteten: »In Bethlehem in Judäa. So heißt es schon im Buch des Propheten: ›Bethlehem, du bist keineswegs die unbedeutendste Stadt in Juda. Denn aus dir kommt der Herrscher, der mein Volk Israel wie ein Hirte führen wird.‹ « Daraufhin ließ Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich kommen und fragte sie aus, wann sie den Stern zum ersten Mal gesehen hätten. Anschließend schickte er sie nach Bethlehem: »Erkundigt euch genau nach dem Kind«, sagte er, »und gebt mir Nachricht, sobald ihr es gefunden habt. Ich will dann auch hingehen und ihm die Ehre erweisen.« Nach diesem Gespräch gingen die Sterndeuter nach Bethlehem. Derselbe Stern, den sie schon beobachtet hatten, als er am Himmel aufging, führte sie auch jetzt. Er blieb über dem Haus stehen, in dem das Kind war. Als sie das sahen, kannte ihre Freude keine Grenzen. Sie betraten das Haus, wo sie das Kind mit seiner Mutter Maria fanden, fielen vor ihm nieder und ehrten es wie einen König. Dann packten sie ihre Schätze aus und beschenkten das Kind mit Gold, Weihrauch und Myrrhe. Im Traum befahl ihnen Gott, nicht mehr zu Herodes zurückzugehen. Deshalb wählten sie für ihre Heimreise einen anderen Weg. Matthäus 2,1-12

Hier ist von «Weisen» oder Sterndeutern aus dem Morgenland die Rede, die in die Krippe kamen, um Jesus anzubeten. Dass es sich um drei Könige gehandelt haben soll, wurde in der Überlieferung aus der Anzahl und der Kostbarkeit der Geschenke abgeleitet:

Gold symoblisiert die Königswürde,
Weihrauch ist Zeichen seiner Göttlichkeit und
Myrrhe ist ein Hinweis auf sein Leiden und seinen Tod.

Die Namen Kaspar, Melchior und Balthasar erhielten die drei «Könige» wohl um das 8. Jahrhundert herum. Im Mittelalter symbolisierten die drei Könige auch die drei damals bekannten Kontinente.

Melchior: Europa / Kaspar: Asien und Balthasar: Afrika

Das ist auch der Grund, dass Balthasar eine schwarze Hautfarbe zugesprochen wurde.

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