Blätter fallen

D a n k e  Herr, dass du uns immer wieder hilfst, loszulassen.
Liebst du – wie ich – im Herbst auch die goldige Pracht der Blätter? Und noch mehr natürlich, wenn die Sonne dazu lacht.

Und jedes Jahr kommt es, wie es kommen muss: Plötzlich fegen stürmische Winde daher und lassen die Blätter von den Ästen tanzen. Beim Anblick keimt in mir ein sanftes Abschiedslied auf … Es malt mir ein Bild vor Augen, dass auch wir Menschen in diesem Kreislauf des Lebens und Sterbens wandeln.

Das Herbstlaub lehrt uns, Dinge loszulassen – sei es materielles Festhalten, alte Gewohnheiten oder schmerzhafte Erfahrungen. Diese Lektion des Loslassens kann spirituell sein, weil sie Vertrauen in etwas Grösseres erfordert, was oft als göttliche Führung gesehen wird. Der Herbst erinnert uns auch daran, dass alles seine Zeit hat.

Jedes Ereignis, alles auf der Welt hat seine Zeit:
Geborenwerden und Sterben, Pflanzen und Ausreissen. Prediger 3,1-2

Die leuchtenden Farben der Blätter im Herbst zeigen, dass selbst in der Vergänglichkeit Schönheit und Ordnung zu finden sind. Manche Menschen sehen in dieser Harmonie Gottes Handwerk, das uns daran erinnert, dass auch schwierige Zeiten von göttlichem Sinn erfüllt sein können.

Im Herbst bereitet sich die Natur auf den Winter vor, eine Zeit der Ruhe und des In-sich-Gehens. Diese Phase der inneren Einkehr wird oft mit der Suche nach Gott verglichen – eine Chance, innezuhalten, zu reflektieren und sich auf die kommende Zeit vorzubereiten.

Und in jedem Absterben steckt auch ein Neubeginn, wenn in der Kälte des Winters, tief im Erdinnern – im Dunkeln des Erdreichs – wieder etwas Neues hervorspriesst. Dieser immerwährende Kreislauf zeigt mir die Schönheit und HERRlichkeit der Schöpfung – ein klarer Hinweis auf Gottes ewige Existenz.

Die Himmel verkünden die Herrlichkeit Gottes, und das Himmelsgewölbe zeigt, dass es das Werk seiner Hände ist. Psalm 19,2

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