07 Sep. Wenn Treue dich etwas kostet!
D a n k e Michael Sieber vom ICF Zürich für deine kraftvolle und ermutigende Predigt .
Es waren wieder so viele kostbare Nuggets dabei, die mich tief bewegt und zum Weiterdenken angeregt haben. Besonders hängen geblieben ist bei mir die Frage, was Treue ganz Praktisch in meinem Alltag bedeutet, wenn sie mich etwas kostet. Gott treu zu sein, solange alles gut läuft, ist das eine. Doch was geschieht, wenn mein Glaube unter Druck gerät? Wenn Gehorsam unbequem wird, ich nicht verstanden werde oder Treue plötzlich einen Preis hat?
Die Geschichte von Daniel in der Löwengrube hat mich dabei neu berührt. König Darius hatte auf Drängen seiner führenden, hinterlistigen Beamten einen Erlass unterzeichnet: 30 Tage lang durfte niemand eine Bitte an irgendeinen Gott oder Menschen richten ausser an den König selbst. Wer dagegen verstiess, sollte in die Löwengrube geworfen werden. Als Daniel von diesem Erlass hörte, liess er sich nicht beirren. Er führte sein Gebetsleben wie wie gewohnt weiter. Koste, was es wolle … Er öffnete wie gewohnt seine Fenster in Richtung Jerusalem, kniete dreimal am Tag nieder und betete zu seinem Gott.
Daniel hielt Seinem Gott die Treue und wurde nicht erst in der Löwengrube zu einem treuen Mann Gottes. Seine Treue wurde lange vorher im Verborgenen geformt. Genau darin steckt für mich ein starker Gedanke zu „Wenn Treue dich etwas kostet“: Was du im Verborgenen mit Gott lebst, trägt dich, wenn dein Glaube öffentlich etwas kostet. Daniel hätte genügend Möglichkeiten gehabt, einen Kompromiss zu rechtfertigen:
„Es sind ja nur 30 Tage. Gott kennt mein Herz. Ich kann doch heimlich beten. Ich muss nicht unnötig provozieren.“
Daniel aber verändert seine Beziehung zu Gott nicht aufgrund des Drucks seiner Umgebung. Und dann kommt etwas, das gut zur Predigtserie von Unshakable passt: Gott verhindert die Löwengrube nicht. Er landet schlussendlich trotzdem bei den Löwen. Das widerspricht einer Vorstellung von Glauben, bei der Treue automatisch bedeutet, dass Gott Schwierigkeiten aus dem Weg räumt.
Gott bewahrt ihn nicht vor der Grube, sondern in der Grube!
Treue bedeutet nicht, dass Gott mich vor jeder Löwengrube bewahrt. Treue bedeutet, dass ich Gott auch dann nicht loslasse, wenn mein Gehorsam mich direkt hineinführt. Und Daniel 6 zeigt die andere Hälfte:
Gott lässt Daniel dort nicht allein.
Am nächsten Morgen kann Daniel sagen: Mein Gott hat seinen Engel gesandt, und er hat den Rachen der Löwen verschlossen, sodass sie mich nicht verletzt haben, weil vor ihm Unschuld an mir gefunden wurde; und auch vor dir, König, habe ich kein Verbrechen begangen. Daniel 6,23
Damit bekommt auch die Frage eine persönliche Schärfe:
Was darf mich meine Treue zu Jesus heute kosten?
Meine Bequemlichkeit?
Die Zustimmung anderer?
Eine Chance, die ich nur durch einen Kompromiss bekommen würde?
Eine Beziehung?
Meinen Ruf?
«Unshakable“ heisst nicht, keine Angst zu haben. Es heisst: Es gibt etwas oder besser: Jemanden, der mir wichtiger ist als das, was ich durch meine Treue verlieren könnte. Und das führt letztlich über Daniel hinaus zu Jesus: Jesus blieb dem Vater treu, obwohl seine Treue ihn tatsächlich alles kostete. Christliche Treue ist deshalb nicht der Versuch, sich Gottes Liebe zu verdienen. Sie ist unsere Antwort darauf, dass Christus uns zuerst geliebt hat und treu geblieben ist.
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